Sanierung | Pförtnerloge "Gleis 3Viertel", Göschwitz

Ein Ort der Kommunikation

Früher war dieses Pförtnerhaus ein Ort der Kommunikation – man ging auf dem Weg zur Arbeit an diesem Tor vorbei, begrüßte sich und tat das gleiche in der Mittagspause und nach Arbeitsschluss. Heute, nach seiner denkmalgerechten Sanierung, erstrahlt das Gebäude nicht nur in altem Glanz, sondern erfüllt einen ähnlich kommunikativen Zweck wie in seinen Ursprüngen. Umgebaut in ein Café, wird das Pförtnerhaus mittlerweile als Imbiss für die umliegenden Firmen genutzt.

Relikt aus der Zementindustrie

Auf dem Gelände des heutigen Gewerbegebiets „Jena 21“ in Göschwitz befand sich früher ein Zementwerk: Die Sächsisch- Thüringische Portland-Zement-Fabrik Prüssing war 1885 durch den Ingenieur Godhard Prüssing gegründet worden und bis Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem der größten deutschen Zementunternehmen avanciert. Aufgelöst im Jahr 1967, blieb vom Unternehmen zuletzt nur die denkmalgeschützte Prüssing-Villa und das Pförtnerhaus. Beide Gebäude wurden kürzlich saniert; dabei wurde Letzteres zum beeindruckenden Beispiel für die Möglichkeiten von und mit Betonwerksteinen.

Sanierung mit Feingefühl

Der mehrfach überstrichene Fassadenputz wurde oberflächlich abgefräst, der Bestand gereinigt und das Putzsystem an den Bestand angepasst. Fehlstellen wurden mit maxit ip 18 ML Kalk-Zement-Leichtputz aufgebaut. Ein Bindemittel war in diesen Bereichen nicht erforderlich, denn beim Bau des Pförtnerhäuschens wurde Zement als Bindemittel genutzt. Auch die in Viertelstabform ausgeführten Fenster- und Türfaschen wurden in dem Zuge wiederhergestellt.

Als Deckputz kam der Dünnschicht- und Ausgleichsputz maxit multi 270 zum Einsatz – in einer Auftragsstärke von 6 mm mit glatt ausgeriebener Oberfläche. Die Flächen wurden nach der erforderlichen Standzeit mit einer Silikatfarbe gestrichen.

Die Betonwerksteine wurden mit großem Aufwand restauratorisch überarbeitet. Die nicht restaurierbaren Werksteinoberflächen an der Westfassade wiederum wurden mit in einem Ockerton gefärbten mineralischen Spachtel – maxit multi 290 – dünnschichtig überputzt.

Baustelle:
Pförtnerloge „Gleis 3Viertel“, Jena-Göschwitz
Ehem. Sächsisch-Thüringische Portland-Zement-Fabrik Prüssing

Zeitraum:
Juni 2023 – Juni 2024

Verarbeiter:
Denkmalpflege und Restaurierung Schiecke GmbH, Erfurt

Restaurator:
Dipl.-Restaurator Sven Raecke, Erfurt

Produkte:

  • maxit ip 18 ML
  • maxit multi 270
  • maxit multi 290 (Farbe: SF1087)

Projektstandort